Ceron

Das war die letzten Jahre die Unterkunft und der Schlafplatz von Ceron. Eine Garage als Zuhause. Ceron ist am 15.01.2017 in diesem Zustand auf seiner Pflegestelle eingezogen. Total verfilzt und dreckig. Das Mitbringsel, ein unbehandeltes, schmerzhaftes und entzündetes "Hämatom".

Nach dem dringend benötigten Bad am 15.01. wurde er am 18.01. in mühsamer Arbeit komplett geschoren. Man konnte nichts an Fell erhalten, keine Chance. Die Schermaschine hatte viel zu tun. Mühsam, aber er hatte Geduld und lies es geschehen.

Erstmal Pause und ne Runde in den Schnee, er sieht aus wie ein gerupftes Huhn .... und dann nackig aber befreit

Wir haben in der Tierklinik ein großes Blutbild anfertigen lassen das keine großartigen Auffälligkeiten zeigte, ausser 2 Parameter, die auf eine Entzündung (Hämatom) hindeuten. Wir behandeln das Hämatom mit Antibiotika, cremen es mit Heparinsalbe ein und massieren es vorsichtig und nach 6 Tagen spielt er mit dem Ball. Das Hämatom ist etwas kleiner geworden und wir sind guter Dinge dass es alleine verheilt.

Mit der Zeit stellten wir fest dass Ceron mit dem Urin (Urinverlust) und Kotabsatz Probleme hat und sind wieder in der Tierklinik vorstellig geworden.
Eine stark vergrößerte Prostata, sog. Prostatahyperplasie, die den erschwerten Kotabsatz erklärt. Es wurde medizinisch eine Kastration angeraten um das Problem der vergrößerten Prostata dauerhaft in den Griff zu bekommen. Diese wurde am 06.02.2017 durchgeführt.
Desweiteren hat er eine sehr stark verdickte Blasenwand, der aufgefangene Urin ist durchsetzt mit Blut, Eiweiß und Sperma und geht zur weiteren Untersuchung, u.a. auf atypische Zellen oder Steine, ins Labor.

Laborbefund:
Das Labor legt sich nicht auf eine bestimmte Sorte fest sondern schreibt Ammoniumurat- oder Xanthinkristalle. Der Hinweis auf Hyperurikosurie (HUU) ??
Wir haben bei Laboklin einen Gentest auf Hyperurikosurie in Auftrag gegegen. Das Ergebnis steht noch aus.

Die Katration war problemlos, Ceron am Tag danach etwas wacklig aber guter Dinge.
Mit Body, Mondkragen und Antikratzschuh kommt er ganz gut zurecht.

Das Hämatom wurde kleiner, der Fistelgang, aus dem das Wundwasser austreten konnte, was es auch zur Genüge tat, verschloss sich. Wir dachten, es heilt. Nein, es heilte nicht, 2 Tage nach Kastration war es plötzlich über Nacht fast so groß wie am Anfang, öffnete sich erneut und es kam in großen Mengen eitriges Wundwasser mit Blut heraus. Der TA war ebenso ratlos und deshalb beschlossen wir das Hämatom chirurgisch entfernen zu lassen, und zwar möglichst bald.

Wir hatten zwar etwas "Bauchschmerzen" da kurz vorher erst die Kastration erfolgte, aber wir hatten das Gefühl nicht warten zu können. Also liessen wir 4 Tage nach Kastration am 10.02.2017 das Hämatom entfernen. Es sollte sich zeigen dass es eine gute Entscheidung war.  Die OP an sich war realtiv umfangreich und dauerte 1,5 Stunden. Das Hämatom konnte nicht, wie eigentlich geplant, einfach ausgeschabt werden, es war ziemlich zerklüftet und grieselig und es war viel entzündetes Gewebe mit eingeschlossenen Eiterherden vorhanden. Der Schnitt viel dementsprechend groß aus und es wurde einiges an Haut weggeschnitten.

Jedenfalls wäre das nie verheilt und die Entscheidung zur OP war richtig. Der Drainageschlauch zwickte etwas, wurde zwischenzeitlich entfernt.

So sieht die Wunde aktuell aus (15.02.2017) . Die kleinen roten Linien begrenzen den Schnitt. Gesamtlänge 19 cm.
Er läßt sich den Verbandswechsel von der Pflegestelle problemlos gefallen, er ist ein geduldiger Patient.

Das Hämatom in der Salatschüssel :-). Stark verändertes Hautgewebe, das wäre von alleine nie verheilt.

Das Hämatom wurde am 18.02.2017 geklammert da sich ein Faden verabschiedet hatte und die Wunde aufzubrechen drohte. Ansonsten sieht die Wunde ganz gut aus. Die Kastrationsnarbe ist problemlos abgeheilt.

Er darf nun tagsüber unter Aufsicht nur im Muskelshirt herumlaufen und muß nur nachts den Kragen tragen. Es war gar nicht einfach eine passende Bekleidung für unser kleines Kalb zu finden :-) . Den Schutzschuh muß er ständig tragen bis alles komplett verheilt ist.

Wochenrückblick vom 20.02.- bis 26.02.2017
Wir waren am Montag den 20.02. erneut zum Klammern, die neuen haben aber nur 2 Tage gehalten. Also Mittwoch nochmal geklammert, mit dem gleichen Ergebnis, dass es immer wieder aufreißt.
Dann haben wir am am Freitag beschlossen dass es nun eben so heilen muß. Nähen und Klammern geht nicht, jedesmal gibt das neue Wunden. Jetzt wechseln wir täglich den Verband und die Gassizeiten wurden wieder reduziert. Er wird natürlich jetzt langsam aktiver und möchte schonmal gerne rennen, aber das ist für die Wunde natürlich kontraproduktiv.
In der Ruhe liegt die Kraft ........

Blöde Stelle, direkt hinterm Schulterblatt. Jede Bewegung zerrt an den Klammern. Aber auch mit Loch im Brustkorb kann man in den Garten und würde am liebsten spielen .....was man nicht darf, noch nicht

Wochenrückblick vom 27.02.2017 bis 06.03.2017
Die Wunde hat nun endlich angefangen zu granulieren, die Wundwasserbildung ist nicht mehr ganz so massiv, aber immer noch ne ganze Menge. Täglicher Verbandwechsel und Wundversorgung sind unerläßlich.
Unerklärlicherweise ist oberhalb der noch offenen Wunde ein Teil der bereits zugewachsenen Naht zwischendrinn wieder frisch aufgebrochen und muß beobachtet werden. Ich werde das noch diese Woche dem Tierarzt vorstellen da wir sowieso einen Teil der noch vorhandenen Klammern, die bereits von Fell bewachsen sind, ziehen lassen müßen.

Das obere kleine Loch ist neu entstanden ..... es ist kein Loch des Drainageschlauches, der war ganz oben an der Naht angeheftet.

Desweiteren kam der Befund von Laboklin bezüglich der Hyperurikosurie:
Ceron hat den Status Genotyp N/HUU.

Die vorläufige Tierarztrechnung für die bisherigen Behandlungen des Hämatoms, der Kastration und der schlussendlichen Hämatom-OP ist auch eingetroffen und beläuft sich bisher auf 1.249,21 Euro.

Wir sagen auch hier nochmal vielen herzlichen Dank für die bisher eingegangenen Spenden.


Wochenrückblick vom 07.03.2017 -13.03.2017

Die unerklärlicherweise aufgetretenen Löcher oberhalb der noch offenen Stelle lassen sich medizinisch einfach erklären. Ceron reagiert allergisch auf den Unterfaden und deshalb entstehen nun auch Löcher unterhalb der bereits verheilten Naht. Der Unterfaden muß sich nun auflössen und dann verheilen auch diese Löcher, irgendwann.
Immerhin haben sich unsere Tierarztbesuche auf ein minimum reduziert da ich ihn täglich selbst neu verbinde und die Wunde spüle und nur bei Unklarheiten, die nicht am Telefon geklärt werden können, in der Tierklinik vorstellig werde. 
Ansonsten muß die Wunde zugranulieren, das dauert eben noch ein Weilchen ..... in der freien Zeit geniessen wir das Frühjahr und freuen uns auf wärmeres Wetter.


Ceron und Riyana chillen in der Sonne und geniessen die Wärme.  

Wochenrückblick vom 14.03.2017 - 20.03.2017

Es gibt eigentlich nichts zu berichten, die Wunde heilt ganz langsam, dauert bestimmt noch mindestens 3 Wochen bis sie einigermaßen zu ist. Wir üben uns in Geduld und vertrauen auf die Natur, beschleunigen können wir es sowieso nicht. Hauptsache es wird nicht wieder schlimmer. 

In der Zwischenzeit warten wir auf den Frühling und spielen mit Riyana und Seppl (im Maul).

Wochenrückblick vom 21.03.2017 - 27.03.2017

Die Hautverbindung zwischen dem oberen kleinen und dem großen Loch ist gerissen und dadurch ist die Wunde jetzt großflächiger, was weiterhin eine tägliche Wunversorgung nötig macht. Ansonsten gab es keine nennenswerten Aktionen und wir warten gespannt auf geeignete Interessenten für Ceron ............ 

Die aktuelle Tierarztrechnung für die Behandlung der Hämatomwunde beläuft sich auf weitere 155,21 Euro. Damit sind wir momentan bei 1.404,42 Euro.


Rückblick vom 28.03.2017 - 08.04.2017

Es ist ruhig hier, die Tierarztbesuche halten sich aktuell in Grenzen, aber das Problem ist weiterhin die Wunde, die nicht wirklich zu heilen scheint. Reinigen, verbinden und beobachten da sie sich momentan etwas verändert. Ich werde kommende Woche den Tierarzt draufschauen lassen.

Ceron und wir geniessen derweil das tolle Wetter und harren der Dinge die da kommen. Solange die Wunde noch so offen ist kann und will ich ihn nicht vermitteln. Aber wir haben Zeit und Geduld und beschäftigen uns anderweitig ......... zum Beispiel indem man duch den Garten galoppiert und sich einfach freut, trotz Verband. 

Ein kleines Pony flitzt durch den Garten, der Verband scheint ihn nicht zu stören. Da er ja nun schon eine Weile hier ist war das Fell gewachsen und es war Zeit für den Friseur. Er war wie immer sehr lieb und geduldig.
Das habe ich genutzt um ein Foto ohne Shirt zu machen. Manch einer könnte sonst auf die Idee kommen es wäre bereits angewachsen :-) . 

Rückblick 09.04.2017 bis 13.04.2017

Wir waren diese Woche wie angekündigt beim Tierarzt um die Veränderung an der Hämatomwunde anschauen zu lassen. Tja, es ist nicht so einfach zu beschreiben was sich innerhalb der Wunde abspielt ..... es wächst sicht- und tastbar irgendetwas in dem endlich teilweise frisch verheiltem Bereich. Wir haben jetzt per Feinnadelbiopsie Proben entnommen und ins Labor geschickt. Ergebnis bekommen wir nächste Woche und dann entscheiden wir ob oder was diesbezüglich getan werden soll/muß.

Desweiteren haben wir die Gelegenheit genutzt und ein Kontrollultraschall der angeschlagenen bzw. stark verdickten Blasenwand gemacht und die ehemals stark vergrößerte Prostata geschallt. Die Blase sieht sehr viel besser aus, noch ganz leichte Veränderungen aber nicht mehr schlimm. Evtl. wird es im lauf der Zeit noch besser.
Die Prostata ist ebenfalls auf dem Weg der Besserung und hat sich sehr stark zurückgebildet, dadurch ist der Kotabsatz auch wieder fast normal. 
Ein Blutbild wurde ebenfalls angefertigt, die Entzündungswerte sind noch leicht erhöht, die Hämatomwunde ist ja aber noch aktiv und rechtfertigt diese Werte. Andere Blutwerte die an der oberen Grenze waren haben sich auf einen Mittelwert reduziert, also regeneriert sich der Körper.  

Die Rechnung für diese Untersuchungen beläuft sich auf 421,49 Euro. Damit steigen die aktuellen Behandlungskosten auf 1.825,91 Euro. Dazu kommen noch Ausgaben der Pflegestelle für Nahrungsergänzung, Medikamente und Verbandsmaterial welches im Internet (weil günstiger) gekauft wurde in Höhe von 367,85 Euro. Die Gesamtausgaben bisher belaufen sich aktuell auf 2.193,76 Euro.

Man kann sich auch mit Verband wälzen und zufrieden sein .....

Wir würden uns über Spenden zugunsten Ceron´s weiterer Behandlung sehr freuen, da die Untersuchungen und Behandlungen eine Menge Geld verschlingen.

Wer uns bzw. Ceron helfen möchte spendet bitte mit dem Vermerk *Spende Ceron* auf das Vereinskonto:

Schwarzer Terrier in Not e.V.
IBAN:DE84 5746 0117 0001 1348 44
BIC: GENODED1NWD

Vielen herzlichen Dank im Namen von Ceron und SRT in Not e.V.
Rückblick 14.04.2017 bis 20.04.2017

Das Laborergebnis war nicht eindeutig, und da sich die Wunde neu infiziert hat und eitert haben wir weitere Proben genommen und ins Labor geschickt. Wir vermuten zwischenzeitlich zusätzlich eine Keiminfektion, da die Wunde auch keinerlei Anstalten macht weiter zu heilen. Anstelle dessen wächst diese Talg-Zyste (lt. Labor) munter und sichtbar innerhalb Tagen lustig weiter und kann aktuell aus medizinischer Sicht nicht operativ behandelt werden. Bilder erspare ich dem geneigten Leser.

Zwischenzeitlich sind wir uns auch sicher das es von Anfang an KEIN Hämatom war und ich ärgere mich in Grund und Boden auf eine damalige histologische Untersuchung bewußt verzichtet zu haben da ich dem ehemaligen Besitzer geglaubt habe. Dadurch ist uns nun viel Zeit verloren gegangen und ich hoffe nicht dass dieser Kampf so endet wie bei Don Quichotte..........

Das neue Laborergebnis inkl. Antibiogramm bekommen wir nicht vor Montag.

Ceron versucht das beste daraus zu machen und spielt mit seinem gelben Kumpel "Seppl", der fliegt gerade links am Bildrand....... Um ihn dann begeistert zurück zu bringen um erneut geworfen zu werden. Das geht auch mit Verband und Shirt und er hat Freude.

Rückblick 21.04.2017 bis 26.04.2017

Das Laborergebnis ist ausgefallen wie erwartet, nicht wirklich gut. Ceron hat gleich 3 Keimarten in seiner Wunde beherbergt und dadurch müßen wir uns auch nicht mehr wundern dass es nicht weiter heilt. Er hat a) Streptococcus canis (in hoher Keimzahl), b) Staphylococcus intermedius-Gruppe1 (in hoher Keimzahl) und c) Escherichia coli (mucoides Wachstum) (in hoher Keimzahl).

Wir haben gleichzeitig ein Antibiogramm anfertigen lassen und nach diesem bekommt er nun das passende Antibiotika und wir hoffen das es gut anschlägt. Die Wunde muß trotz allem nochmal operativ behandelt werden und das Gewebe aus dieser OP wird histologisch untersucht werden.

Diese Operation ist für kommende Woche geplant, einen Termin haben wir noch nicht, wir müßen erst noch warten bis das Antibiotika anspricht und der Eiter etwas nachläßt.


Rückblick 27.04.2017 bis 01.05.2017

Nach nun 7 Tagen Antibiotika die ernüchternde Erkenntnis das der Eiter weiterhin stark präsent ist. Der für den 03.05.2017 angesetzte OP-Termin wird am 03.05. nochmal nach Befundung der Wunde besprochen werden müßen. Ceron selber geht es nicht so gut, er zeigt ein gestörtes Allgemeinbefinden. Jetzt sollten wir mal alle verfügbaren Daumen drücken.

Es kam noch eine Tierarztrechnung für die Antibiotikabehandlung und das Antibiogramm in Höhe von 197,96 Euro. Damit belaufen sich die Gesamtausgaben aktuell auf 2.391,72 Euro.


Mittwoch, 03.05.2017

Da die Wunde die letzten Tage trotz Antibiotika weiterhin stark eitert und nun auch der untere Bereich der immer noch offenen Wunde anfängt zu wuchern und Ceron sein Allgemeinbefinden sich täglich verschlechtert haben wir uns heute morgen nach Rücksprache mit der behandelnden Tierklinik dazu entschlossen Ceron gehen zu lassen.

Es war defintiv kein Hämatom sondern ein bösartiger Krebs und ich bin zutiefst traurig dass Ceron nach diesem verkorksten Leben nicht länger Zeit vergönnt war. Ich hätte für den lieben Bären alles getan, aber da waren wir machtlos. Es waren nur knappe 4 Monate voller Liebe, Zuneigung, Kampf und Hoffnung. Ich hoffe ich konnte damit etwas wiedergutmachen was er fast sein ganzes Leben vermissen mußte. Gute Reise mein geliebter Bär

Alles versucht ............ Alles verloren.
Gute Reise, ich werde Dich nie vergessen.


Ich bedanke mich im Namen von STiN e.V. ganz herzlich für die tolle finanzielle Unterstützung. Ohne diese Hilfe wären Ceron seine Behandlungen kaum möglich gewesen. Annette Bräuninger